Schweizermeisterschaft Strasse 23.6.13

Mit einer leichten Aufwärtstendenz in die Sommerpause.

Seit der Zeitfahr-SM konnte ich mich weiter erholen und so startete ich mit etwas mehr Motivation und Hoffnung zum 192 Km Rennen. Es war ein taktisch sehr schwieriges Rennen weil sich unsere Mannschaft IAM Cycling mit der von BMC ein Kampf lieferte. So machten sich die restlichen Profis wie Cancellara und Albasini die Hoffnung von der Rivalität zu profitieren. Doch bevor der Kampf starten konnte mussten wir Profis erst mal die nationale Konkurrenz loswerden. Für diese Selektion sorgte die Steigung in den Rebbergen von Satigny. So fand ich mich zur Rennhälfte in einer 19er Gruppe wo die besten Fahrer beisammen waren. Nun begann der Kampf um die entscheidende Fluchtgruppe. Ich fühlte mich zwar nicht schlecht, hatte aber nicht die Beine um jede Attacke mit zu gehen. Aber das musste ich ja auch nicht weil ich die Arbeit mit meinen Teamkollege teilte. So kam es, dass die entscheidende Gruppe ohne mich ging. Wir vom Team IAM Cycling und jene von BMC waren mit der Situation zufrieden sodass das Tempo hinten zusammenbrach. Da änderte die Anwesenheit von Albasini und Cancallara in meiner Gruppe auch nichts mehr. Für mich spielte es schlussendlich keine Rolle mehr ob ich 7. oder 15. wurde. Wichtig war nur was meine Teamkollegen vorne erreichten. Neidlos muss man anerkennen das Michi Schär von BMC heute der stärkste war. Aber mit Martin Elmiger wurde ein Teamkollege von mir 2. Ich rollte als 15. ins Ziel.

Ich bin froh, einigermassen mitgehalten zu haben weil ich so mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen kann. Diese habe ich bitter nötig. Nach der harten ersten Saisonhälfte bin ich sehr müde und brauche nun etwas Pause. Dann bereite ich mich mit einem dreiwöchigen Höhentrainingslager auf dem Berninapass auf die zweite Saisonhälfte vor. Das nächste Rennen kommt dann erst in 5 Wochen.

Resultate (die Kategorien Elite International und Elite National bestritten das gleiche Rennen, wurden aber in unterschiedlichen Ranglisten klassiert, daher mein Rang 12.

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SM Zeitfahren 19.6.13

Eine Leistung den Umständen entsprechend: Rang 4

Ich überlegte lange hin und her ob ich in Satigny im Kanton Genf überhaupt zur Zeitfahren-SM starten sollte. Denn nach der Tour de Suisse Odyssee war ich noch längst nicht 100% regeneriert. So startet ich zwar motiviert aber ohne Siegesambitionen zumal Fabian Cancellara am Start war. Nur gerade 5 Profis starteten zum 40 Km langen hügligen Zeitfahren. Zwei davon waren meine Teamkollegen. An den total 6 Anstiegen hatte ich ein recht gutes Gefühl. Doch auf der Fläche kam ich nicht auf das gewünschte Tempo. So fuhr ich zwar ein konstantes Rennen aber auf einem für mich tiefen Niveau. Sicher war nebst den Sturzfolgen auch das heisse Wetter problematisch, aber ich glaube dass ich auch nicht die Form vom Mai habe. So verlor ich kontinuierlich Zeit und landete mit 2:28 Minuten Rückstand auf dem 4. Rang.

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Marcel Wyss Zeitfahr-SM

Tour de Suisse

Zerschlagene Hoffnungen und Kapitulation des eigenen Körpers.
Mit grossen Ambitionen startete ich zur Tour de Suisse. Doch ein schwerer Sturz am ersten Tag beim Zeitfahren war bereits der Anfang einer Odyssee.
Denn ich fuhr eine Kurve etwas zu schnell an und hob bei einer Bodenwellen ab. Hinzu kam der Seitenwind welcher mir das Rad wegblies und so landete ich hart auf dem Rücken. Die Schürfungen und Prellungen beeinträchtigen meine Leistung stark an den folgenden Tagen. Das Video vom Sturz: http://twitpic.com/cw1ia6
Auf der zweiten Etappe nach Crans Montana konnte ich zwar noch einigermassen mithalten und wurde 21. Doch am Tag darauf blockierten meine Muskeln im nasskalten Wetter über den Hasliberg völlig. Somit war ein guter Rang im Gesamtklassement bereits unerreichbar.
Auf der 4. Etappe welche durch meine Heimat führte schöpfte ich neue Hoffnung weil ich mein Körper etwas schonen konnte und ich mich auch besser fühlte. Zumal war es ein schönes Erlebnis mit der Tour de Suisse durchs Emmental zu fahren. Doch bereits auf der 5. Etappe zerbrachen alle Hoffnungen auf einem Randstein. Ich stürzte erneut und zog mir erneut schwere Prellungen und Schürfungen zu.  Doch es kam noch schlimmer…
Denn die Prellung an einer Rippe war so stark, dass ich am nächsten Tag während einem Antritt am Berg ein knacken hörte. Augenblicklich schoss der Schmerz durch den Körper und ich konnte nicht mehr am Lenker ziehen bis ins Ziel. Es war ein leichter Riss in einer Rippe welcher mich fast zur Aufgabe zwang. Doch ich wollte unbedingt die Königsetappe über den Albulapass fahren. Ich kämpfte mich mit über einer halben Stunde Rückstand als letzter ins Ziel. Auch auf der vorletzten Etappe war es eine Quälerei aber auch hier erreichte ich das Ziel, aber diesmal mit folgen. Nun hatten sich auch noch meine Schürfwunden entzündet weil es einfach zu viele waren als dass der Körper damit fertig wurde. So musste ich tatsächlich auf den Start zum Abschlusszeitfahren verzichten. Es war der Schlusspunkt der Odyssee.

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Vorschau Tour de Suisse

Die Tour de Suisse als Saisonziel.
Heute starte ich um 16:15 auf dem Flugplatz vom Ambri zum Prologzeitfahren der Tour de Suisse. Es ist nach 2009 erst meine 2. Teilnahme und darum freue ich mich riesig. Ich hoffe, dass ich meine gute Form vom Mai konservieren konnte und in den Kampf um das Gesamtklassement eingreifen kann.
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Das letzte Training absolvierte ich heute morgen 6 Stunden vor meinem Start.
Bereits nach den erste drei Tagen werde ich sehen was möglich ist. Denn zwei der 4 entscheidenden Etappen kommen bereits am Sonntag (Crans Montana) und Montag (Meiringen). Die Königsetappe kommt dann am Freitag wenn es über den Albulapass geht und das Finale am Sonntag mit dem Bergzeitfahren auf die Flumserberge.
Alle Etappen sind live auf SRF2 zu sehen und wenn die Tour mal in deiner Nähe ist lohnt sich ein Besuch an der Strecke. Mehr Infos unter: www.tds.ch

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GP Mobiliar 2.6.13

Solosieg am Heimrennen!

Marcel Wyss am GP Mobiliar in Kirchdorf 2

Das zweite Rennen an diesem Wochenende war ebenfalls ein Heimrennen und zudem wurde es von meinem Club organisiert, dem RSC Aaretal Münsingen. Das nationale Rundstreckenrennen in Kirchdorf führte über eine Distanz von 150Km verteilt auf 17 Runden. Es war ein taktisch schwieriges Rennen für mich weil ich als Einzelfahrer gegen die zahlenmässig überlegenen Schweizer Elite Teams kämpfte. Doch dank meiner guten Form hatte ich das Geschehen immer im Griff. Jede Runde verloren einige Fahrer den Anschluss, sodass ich 4 Runden vor Schluss nur noch drei Fahrer bei mir hatte. Diese Selektion führte ich jeweils am kurzen Berg hinauf nach Mühledorf herbei. Auch in der letzten Runde attackierte ich die drei am Berg und konnte mich entscheidend absetzen. So feierte ich den 4. Sieg in dieser Saison. Die Bilanz lässt sich sehen. Bei allen 4 Schweizer Rennen wo ich am Start war konnte ich den Sieg einfahren. So freue ich mich sehr auf die am Samstag beginnende Tour de Suisse, wo ich mich mit der Weltspitze messen kann. Dort Siegesambitionen zu haben wäre etwas überheblich aber ich möchte auf jeden Fall auf einigen Etappen das eine oder andere Ausruffezeichen setzten und im Gesamtklassement ein Wörtchen mitreden.

Resultate & weitere Bilder: http://www.gp-rscaaretal.ch/

Marcel Wyss am GP Mobiliar in Kirchdorf